Bitte schalten Sie Javascript in Ihren Browser-Einstellungen ein, um diese Seite zu sehen.

Normale Bildgröße Mittlere Bildgröße Bild maximieren
Rastenburg, St. Georg, alte Zeichnung

Bild-ID 2416
Bild-Fremd-ID R G1Z
Titel Rastenburg, St. Georg, alte Zeichnung
Titel (polnisch) Kętrzyn, bazylika św. Jerzego, rysunek historyczny
Beschreibung Die Pfarrkirche St. Georg wurde ab 1359 bis ca. 1370 als Wehrkirche errichtet und in die Verteidigungsanlagen an der Südwestecke der Altstadt integriert. Ihre Südwand stellte die Verlängerung der Stadtmauer dar, was die erstaunliche Mauerstärke von 1,50 m erklärt.
Der Turm mit einer Höhe von 48 m war gleichzeitig der Südwestturm des Verteidigungsrings, hatte an der Basis 2 m dicke Mauern und war vom Kirchenschiff aus über eine Treppe zugänglich.
Unter dem Dach des Kirchenschiffs und des Turms verlief ein Wehrgang.
Noch vor 1400 kam ein – niedrigerer – Verteidigungsturm an der Südostecke hinzu, den man beim Ausbau der Kirche im 15. Jahrhundert erhöhte.
Er ist reicher verziert als der höhere im Westen und diente hinfort als Glockenturm. Seine größte und älteste Glocke stammt von 1509, mußte aber 1799 wegen eines Sprunges umgeschmolzen werden.

Die Uhr versetzte man von dem 1783 abgebrochenen alten Rathaus hierher. Ihre Glocke wurde im Anfang des 16. Jahrhunderts gegossen.

Der Westturm trug einmal eine Laterne mit hochaufragender Spitze. In die schlug 1638 während des Gottesdienstes der Blitz ein, warf den Kopf herunter und verursachte einen Dachstuhlbrand im Kirchenschiff. Danach wurde die Spitze nicht wieder aufgesetzt.
Der Westgiebel mit seinen Fialen, die flach aus dem oberen Teil der Giebelmauer hervortreten und das Dach nur wenig überragen, bildete ein Vorbild für viele andere Kirchen in der Gegend. Man nannte ihn den "Rastenburger Typ".

Am Anfang befand sich auf dieser Westseite der Eingang zur Kirche. Dort behinderte er jedoch die Verteidigungsarbeiten und deshalb entstand auf der Nordseite die noch heute benutzte Eingangsvorhalle, die im selben Stil gestaltet wurde.

Ursprünglich als schlichte Hallenkirche ohne Chor konzipiert, teilte man um 1470-1480 den Innenraum durch viereckige, mit Arkaden untereinander verbundene Pfeiler in drei Schiffe ein.
Ihre jetzige Gestalt erhielt die Kirche nach einem Brand 1500 bis 1515. Damals baute man den Chor an, schuf den Eingang im Norden mit Vorhalle und ersetzte die Holzdecke durch Kristallgewölbe, beginnend im Chor, wobei die leichte Erhöhung des Mittelschiffs um 2 m zu einem basilikaähnlichen Raumeindruck führte.
Diese Bauarbeiten fanden sich dokumentiert auf einer Tafel, die außen in der Ostwand eingelassen war. Diese konnte man aus dem Schutt der Kirche nach dem Krieg retten, und jetzt soll sie am letzten Halbpfeiler links verankert worden sein. Sie trägt folgenden Text:
Ein Meurermeister Matz genannt,
Schloß diß Gewelb mit seiner Hand.
Fünfhundert fünffzig Mark dafür
Empfing er, das war sein' Gebühr,
Tausend fünffhundert 15 Jahr
Man zehlte, da es fertig war.
Bhüt Gott für Schaden, daß es mag
Fest stehn biß an den Jüngsten Tag.

Meister Matz hatte auch die Zellengewölbe in den Seitenschiffen der Pfarrkirche von Mohrungen 1503 installiert. Im Innern ruht das Gewölbe auf 12 starken Pfeilern.
In der Mitte der südlichen Wand liegt die ab ca. 1485 angefügte und 1599 im Gewölbe und am Giebel umgebaute Taufkapelle St. Jacob, heute die Muttergotteskapelle. Sie ist auf die aus der Schützenbrüderschaft hervorgegangene St. Jacobsbrüderschaft zurückzuführen. Die silberne Taufschüssel stifteten 1738 die Hippelschen Erben.
Aufnahmedatum 1900 - 1945
Geographische Lage 21°22'32.11" O / 54°04'32.07" N
Ort [59011] Rastenburg, Stadt Ortsinfo
Quelle [26] Bildarchiv der Kreisgemeinschaft Rastenburg
Fremd-ID R G1Z
Bezugsmöglichkeit siehe Einsteller
Einsteller Edith Kaes, edith (dot) kaes (at) t-online (dot) de
zugeordnet zu Themen/Objekten: Rastenburg, St. Georg
Letzte Änderung 2009-12-28