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Rastenburg, Landgestüt, Landstallmeister Dr. Wilhelm Uppenborn

Bild-ID 2634
Bild-Fremd-ID R L1, 14
Titel Rastenburg, Landgestüt, Landstallmeister Dr. Wilhelm Uppenborn
Titel (polnisch) Kętrzyn, Królewska Stadnina Koni, Landstallmeister Dr. Wilhelm Uppenborn
Beschreibung Am 1. März 1937 wurde ich von Osnabrück nach Rastenburg versetzt und übernahm von Dr. Helbing ein in jeder Hinsicht mustergültig geführtes und gehaltenes Gestüt.
Leider war es mir nur 2 1/2 Jahre nur Friedenszeiten in Rastenburg vergönnt. Es war eine Zeit, die ich in meinem Leben nicht missen möchte, die Arbeit in der herrlichen ostpreußischen Edelzucht, ein landschaftlich besonders schöner Bezirk mit passionierten Züchtern, die ganz gleich, ob sie Großgrundbesitzer oder kleiner Bauer waren, sich engstens mit ihrem Landgestüt verbunden fühlten, ein Stab von Mitarbeitern, wie man ihn besser in keinem anderen Gestüt finden konnte, sie waren durchdrungen von preußischer Pflichterfüllung und beseelt von der Leibe zu ihren Pferden.
Ich möchte stellvertretend für alle nur die Namen der beiden dienstältesten Gestütsoberwärter nennen: Koschorreck und Salecker. Nur mit derartigen Mitarbeitern konnte die Arbeit des Gestüts die große Resonanz in den Kreisen der Züchter und Stationshalter finden, die die Grundlage ihres Erfolges waren.

Es herrschte aber auch von jeher ein enges freundschaftliches Verhältnis zwischen dem Landgestüt und den benachbarten Reitervereinen, der Stadt Rastenburg und ihren Bürgern sowie den Angehörigen der starken Rastenburger Garnison.

Zu den reiterlichen Veranstaltungen, an denen sich das Landgestüt mit seinen 5jährigen und älteren Hengsten beteiligte, gehörten die Jagden des Rastenburger Reitervereins auf den federnden Wiesen des Gubertals mit seinen Schluchten, Zäunen und Wasserläufen.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Gestüt, den Züchtern, den Reitervereinen und der Wehrmacht mußte auch im Rastenburger Bezirk die Zucht eines hochklassigen Leistungspferdes fördern. Den besten Beweis hierfür lieferten die objektiven Ergebnisse der Olympischen Reiterspiele 1936 – der letzen Vorkriegsolympiade. Unter den 4 Einzelmedaillen und 3 Mannschaftswettbewerben, die Deutschland gewann, finden wir drei Pferde aus dem Rastenburger Bezirk, abstammend von Rastenburger Landbeschälern.

Ich möchte mich bewusst auf diese 3 Pferde – die Gewinner der Goldenen Olympia Medaille – als Vertreter der Rastenburger Leistungspferde beschränken, obgleich man diese Liste noch um viele Namen, wie z.B. das Springwunder Ublick (Züchter Ludwig Quasz-Sayden bei Gonske, Kreis Treuburg) und das bekannte Dressurpferd Lapis Lazuli erweitern können.

Meine Aufzeichnungen aus der damaligen Zeit enden zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, da ich am 15. August 1939 als Reserveoffizier zur Wehrmacht eingezogen wurde.

(Textauszug aus einem Bericht von Wilhelm Uppenborn für die Chronik Rastenburgs)

Wilhelm Uppenborn verkörperte für alle Pferdefreunde, die mit der Elchschaufel - dem Symbol 250jähriger Trakenerzucht - das Bindeglied von der Gegenwart zur Warm- und Kaltblutzucht vor dem 2. Weltkrieg in Ostpreußen.
Er ist im Alter von 83 Jahren am 3.2.1988 in Krefeld gestorben.
Autor Dr. Uppenborn
Aufnahmedatum 1937 - 1939
Geographische Lage 21°31'35.78" O / 54°10'54.92" N
Ort [59011] Rastenburg, Stadt Ortsinfo
Straße Sembeckstraße
Quelle [26] Bildarchiv der Kreisgemeinschaft Rastenburg
Fremd-ID R L1, 14
Bezugsmöglichkeit siehe Einsteller
Einsteller Edith Kaes, edith (dot) kaes (at) t-online (dot) de
zugeordnet zu Themen/Objekten: Rastenburg, Landgestüt
Rastenburg, Persönlichkeiten
Letzte Änderung 2011-03-15