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Leunenburg, Gasthaus "Zur goldenen Brigade"

Bild-ID 8758
Bild-Fremd-ID L3
Titel Leunenburg, Gasthaus "Zur goldenen Brigade"
Titel (polnisch) Sątoczno, Zajazd "pod złotą Brygadą"
Beschreibung Das Gasthaus "Zur goldenen Brigade".

Wer früher dieses Dorf erblickte, ahnte nicht, welche erschütternden Schicksale der Ort in alten Zeiten erleben mußte.
Vor Zeiten stand hier nämlich ein ansehnliches Städtchen mit einem stolzen Ritterschloß. Dietrich von Altenburg, der Ordenskomtur von Balga, ließ im Jahre 1326 am Zusammenfluß der Guber mit der Zaine die Leunenburg erbauen. Sie sollte das Bartener Land gegen die zahlreichen Poleneinfälle schützen.
Um die Burg herum siedelten sich bald Handwerker an. Auch Flachsbauern taten es, die in der nahen Umgebung ihre »Lünfelder« (Leinfelder) beackerten.
So entstand eine »Lischke«, das heißt: eine Ansiedlung im Schutze der Burg. Diese Lischke erhielt später die Stadtrechte.

Durch den Erwerbsfleiß ihrer Bürger blühte die Stadt 200 Jahre lang. Dann begann das große Unglück. Im Jahre 1530 vernichtete eine Feuersbrunst den Ort. Doch unverzagt begannen die Bewohner mit dem Wiederaufbau, und ein neues Leunenburg entstand.
Aber gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Städtchen noch dreimal von großen Bränden heimgesucht. 1580 wütete das Feuer in der neuerbauten Stadt so stark, daß der Ort fast vollständig ausbrannte. Nur die Kirche, das Pfarrhaus und zwei Krüge blieben übrig.
Wieder wurde die Stadt aufgebaut, aber sie sank bereits 1586 erneut in Schutt und Asche. Die verarmten Bürger verloren nun allen Mut und waren somit zum Wiederaufbau der Stadt außerstande.

Leunenburg sank zu einem unbedeutenden Marktflecken herab, denn nur ganz wenige und Unverzagte bauten im Laufe von mehreren Jahren ihre Wohnstätten langsam wieder auf. Als auch diese und sogar die Kirche 1591 wiederum durch eine Feuersbrunst vernichtet wurden, hatte kein Bürger mehr Lust, sich an dieser Unglücksstätte noch einmal anzusiedeln.

Später kamen Bauern und ließen sich hier nieder; Leunenburg wurde ein Dorf. Die stolze Ordensburg war längst verfallen. Nur noch geringfügige Reste eines Kellergewölbes blieben bis in die Neuzeit erhalten. Die Kirche in Leunenburg wurde ebenfalls im Jahre 1326, bei der Gründung des Ortes, erbaut. Sie ist damit eine der ältesten Kirchen im Kreise Rastenburg, wenn nicht die älteste überhaupt.

Bei einem räuberischen Überfall der Litauer unter ihrem Anführer Kynstut wurde das Gotteshaus im Jahre 1347 teilweise ein Raub der Flammen. Es stand dann nach dem Wiederaufbau unter dem Patronat (Schutz) eines Ritters von Vogt in Leunenburg. Der Rittersmann hatte nur eine Tochter. Diese heiratete den Ritter Botho von Eulenburg, der aus Thüringen stammte. Seine Nachkommen sind als Grafen Eulenburg im Besitze der Prassenschen Güter geblieben.
Aufnahmedatum 1900 - 1935
Geographische Lage 21°06'06.84" O / 54°14'01.68" N
Ort [56212] Leunenburg Ortsinfo
Quelle [26] Bildarchiv der Kreisgemeinschaft Rastenburg
Fremd-ID L3
Bezugsmöglichkeit siehe Einsteller
Einsteller Edith Kaes, edith (dot) kaes (at) t-online (dot) de
Letzte Änderung 2010-01-26